Du möchtest mit der natürlichen Verhütung beginnen und mehr über deinen Zervixschleim wissen? Mit ein wenig Erfahrung, kannst du deinen Zervixschleim richtig deuten um deine fruchtbaren Tage herauszufinden. Hier erfährst du, wie du deinen Zervixschleim auswerten kannst und wie dir das bei deiner Verhütung hilft.

Während ich noch mit der Pille verhütete, interessierte mich mein Zervixschleim so gut wie gar nicht. Für den „Schleim“ gab es in meinem Wortschatz nicht mal einen Begriff. Der Körper ist auch hier aber wieder ein Meisterwerk und somit hat auch der Zervixschleim seinen Sinn im weiblichen Zyklus! Es ist ein ganz natürlicher Vorgang und kann zur Bestimmung der fruchtbaren Tage genutzt werden.

Seitdem ich mit Ovy und Kondom verhüte, finde ich es sehr nützlich ein zusätzliches Hilfsmittel zur Hand zu haben. Wenn mir Ovy nun „grünes Licht“ gibt UND mein Zervixschleim dem sozusagen zustimmt, fühle ich mich einfach sicherer. Wenn du mehr über die Verhütung mit Ovy wissen möchtest, kannst du in diesem Artikel weiterlesen.

Jeder sollte seinen Zyklus kennen

Ich wage es zu behaupten, dass Unwissenheit über den weiblichen Zyklus und seine Symptome der häufigste Grund für eine ungewollte Schwangerschaft nach dem Absetzen der Pille sind.
Viele meiner Freundinnen hielten nicht viel von der Basalthermometer-Methode – Erzählungen nach sei sie nicht sicher. Es stellte sich aber heraus, dass besagte Frauen, die schnell schwanger wurden, übergangsweise gar keine Verhütung nutzten (was mit dem Temperatur messen gleichgestellt wurde) oder aber sie sich ohne Weiteres von Tag 1 blind auf einen Zykluscomputer verlassen hatten. 

Natürlich kann immer mal etwas schief gehen und auch ein Thermometer muss sehr präzise und verantwortungsvoll bedient werden – gerade zu Beginn. Achtet man aber genau auf ein paar Symptome des Körpers, hilft das schon enorm. Daher zeigen wir euch hier wie ihr euren Zervixschleim auswerten und als weiteren Aspekt bei der Verhütung betrachten könnt. 

Was ist der Zervixschleim?

Der Zervixschleim wird von Drüsen im Gebärmutterhals (Zervix) gebildet. Wir fühlen den Sekret am Scheideneingang und in der Unterhose. Mal ist es sehr feucht und manchmal bemerken wir kaum etwas. Durch ihn haben die Spermien (wenn wir fruchtbar sind) eine längere Überlebenschance und gelangen besser an ihr Ziel. Darüber hinaus schützt er die Scheidenflora und spült unerwünschte Bakterien heraus. Nicht zu verwechseln ist er jedoch mit Ausfluss, welcher auf Krankheiten zurückzuführen ist oder mit „Erregungsschleim“.

Mit dem Zervixschleim Zyklusveränderungen feststellen

Während unseres Menstruationszyklus verändert sich dich Konsistenz des Zervixschleims, wodurch sich bei den meisten Frauen Anzeichen auf Eisprung und fruchtbare Tage ergeben. Während der unfruchtbaren Tage ist der Schleim dickflüssig und klumpig und hindert die Spermien bei der Wanderung in den Muttermund. In den fruchtbaren Tagen hingegen, wird er flüssiger, begünstigt die Reise der Spermien zur Gebärmutter und somit eine Schwangerschaft.

Verhüten mit dem Zervixschleim

Zur alleinigen Verhütung der Zervixschleim-Methode oder Billings-Methode würde ich nicht unbedingt raten. Aber im Zusammenspiel mit Temperatur messen und weiteren Faktoren ist bei korrekter Deutung diese Art der Verhütung durchaus sehr sicher!

*Wichtig* Falls du mit der Pille verhütest, ist dein Zervixschleim nicht unbedingt wie beschrieben. Die Pille verhindert den Eisprung und somit wird auch der Schleim nicht dünnflüssiger, sondern hat immer eine relativ gleichbleibende Konsistenz.

Zervixschleim auswerten

Du kannst den Zervixschleim bestimmen, indem du einfach täglich beim Toilettengang auf folgende Merkmale achtest:

  • Gefühl: Was spürst du am Scheiden-Eingang, fühlt es sich trocken oder feucht an?
  • Abtasten: Nimm etwas Schleim mit dem Finger ab und untersuche ihn auf seine Konsistenz, lässt er sich dehnen?
  • Sehen: Wie ist die Beschaffenheit und die Farbe?

Es ist sinnvoll, deine Auswertung in einer geeigneten App festzuhalten. Ich nutze dafür die Daysy App (auch wenn die Daten nicht automatisch mit betrachtet werden). Du kannst aber natürlich deine Cyclotest-App nehmen wenn du sowieso das Termometer nutzt oder eine unabhängige wie z.B. Clue. Hier werden dir schon Vorschläge wie „klebrig“ oder „fadenziehend“ zum auswählen angezeigt.

Offiziell wird wie folgt abgekürzt:

Eher unfruchtbare Phase (schlechte Schleimqualität)

ttrocken und nichts gesehen
?nichts sichtbar und nichts gefühlt

Eher fruchtbare Phase (gute Schleimqualität)

f feucht aber nichts gesehen
Sfeucht und dicker, klumpiger oder cremiger, weißer Schleim
S+Eher nass, glitschig und glasig, spinnbarer, dehnbarer Schleim

Daraus lässt sich ein monatlich wiederkehrendes Muster erkennen. Es muss nicht bei jeder Frau gleich sein und wie jeder Zyklus ist auch das individuell. Möglicherweise stellst du kaum Veränderungen fest oder neigst generell zu weniger Schleim. Wichtig ist nur, eine Veränderung im Zyklus wahrzunehmen – nämlich die um den Eisprung. Bei mir sieht es vereinfacht meistens so aus: 

  1. Kein Zervixschleim
  2. Klumpiger Zervixschleim
  3. Fadenziehender Zervixschleim
  4. Klumpiger Zervixschleim
  5. Kein Zervixschleim

Wendest du die Methode schon an? Wie kommst du damit zurecht? Hinterlass uns gern ein Kommentar!