Neun Jahre ist schon eine sehr lange Zeit, die sich mein Körper an die Pille gewöhnt hatte. Natürlich kann man nicht erwarten, dass der Zyklus von heute auf morgen wie vorher funktioniert. Früher oder später regeneriert sich der Körper von selbst, jedoch gibt es durchaus Möglichkeiten, wie man ihn dabei unterstützen kann um den Zyklus so schnell wie möglich zu normalisieren. Meine Erfahrungen liest du hier.

Positive Nebenwirkungen & negative Folgen

Es ist super spannend zu spüren, wie dein Körper funktioniert und was sich verändert. So konnte ich das anfängliche Gefühl, dass ich in der Mitte meines Zyklus wahrnehmen konnte nicht direkt zuordnen. Den merkwürdigen Druck in meinem Unterleib über 1-2 Tage hielt ich für den Beginn meiner Periode, doch irgendwas war anders. Es verging eine Weile bis ich registrierte, dass es sich dabei ja vielleicht um meinen Eisprung handeln könnte, der vorher fast neun Jahre ausblieb. Ein ganz neues Erlebnis, dass einiges erklärte! Nun freue ich mich über das Gefühl, weil ich eben weiß, woran ich bin.

Die ersten negativen Veränderungen kamen etwa drei Monate nach dem Absetzen. Die Schilddrüse meldete sich mit Warnsignalen. Ich bekam das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben. Nach einigen Wochen ging das Engegefühl im Hals zum Glück wieder weg und auch die Werte waren unauffällig. Nach circa vier Monaten stellte ich leichten Haarausfall fest. Heute bestätigt er sich durch die vielen nachwachsenden Babyhaare. Meine Haarstruktur hat sich auch leicht verändert und benötigt plötzlich eine andere Pflege.
Bis hierhin war alles noch gut zu verkraften und nichts im Vergleich zu den befürchteten Hautunreinheiten. Ich fühlte mich von Tag zu Tag mehr zurück in meine Pubertät versetzt. Es gab Tage, an denen ich am liebsten nicht vor die Tür gegangen wäre. Der Blick in den Spiegel verunsicherte mich und machte mich traurig. Jeder der schon früher damit zu kämpfen hatte, kann dies bestimmt nachempfinden. Aber ich hatte mich darauf eingestellt, dass das passieren würde. Daher wunderte ich mich auch nicht. Ich verstehe jedoch, dass an diesem Punkt viele schwach werden und zurück zur Pille greifen möchten. Hieran sieht man aber auch welche Auswirkungen die freigesetzten Hormone haben können und welche natürlichen Prozesse stark unterdrückt werden.
Ich bin jedoch froh, dass ich es durchgezogen habe, denn heute bin ich weitestgehend in meinem Normalzustand der Haut angekommen.

Wo kommen plötzlich die Pickel her?

Durch das Absetzen der Pille braucht der Körper eine Weile um wieder eigenständig genügend Hormone zu produzieren. Es kann also passieren, dass weibliche und männliche Hormone nicht im richtigen Verhältnis produziert werden und es von den männlichen zu viele gibt. Vor Allem geht es hierbei um Testosteron, das wichtige Sexualhormon im weiblichen Körper. Dieses Hormon wird im Körper zu Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt, was wiederum die Talgproduktion reguliert. Zu viel davon führt zu einer höheren Talgproduktion, wodurch die Poren verstopfen und Bakterien Platz bieten, sich zu vermehren. Es folgen Entzündungen und Pickel.

Hauptursache sind hierbei die antiandrogenen Pillen, wovon ich auch eine besaß. Diese haben die Inhaltsstoffe wie Chlormadinonacetat, Cyproteronacetat, Dienogest oder Drospirenon.

Um Pickel oder Akne loszuwerden, geht es also primär darum, den Hormonspiegel und speziell den Testosteronhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Einige Produkte sowie der Umgang mit der Haut und die Reinigung spielten bei mir eine jedoch ebenfalls große Rolle.

Pille abgesetzt: 10 Tipps bei unreiner Haut und unregelmäßigem Zyklus:

1. Finger weg von den Pickeln!

Durch „knibbeln“ verteilen sich die Bakterien und es kommt zu weiteren Pickeln. Auch ich muss mich wirklich zusammenreißen aber es macht sehr viel aus. Falls man doch ausdrücken muss – nur mit sauberen Fingern! Lass lieber die Finger aus dem Gesicht! Vielleicht lohnt sich auch ein Besuch bei der KosmetikerIn um eine schonende Reinigung zu gewährleisten.

2. Die richtige Reinigung und restlose Beseitigung der Schminke ist besonders wichtig

Es ist erschreckend wie viel Make-up Rückstände auf der Haut bleiben wenn man keine Gesichtsreinigung verwendet. 
Pure Elements – Gesichtsreinigung hat mir sehr geholfen, ich nehme es immer wenn ich Make-up benutzt habe. Es wirkt entzündungshemmend und rote Stellen sowie anfängliche Unreinheiten werden schnell gelindert. 

3. Bestenfalls auf Make-up verzichten

Die Haut muss atmen können. Make-up verstopft die Poren leider nur, egal wie hochwertig es ist. Diese Erfahrung musste ich jedenfalls machen. Hier zählt: Weniger ist mehr! Für das eigene Empfinden darf man aber auch mal zu einem guten Abdeckstift greifen. Du wirst weiter unten merken, dass ich ein kleiner Dr. Hauschka Fan bin. Denn auch hier verwende ich den Cover Stick von Dr. Hauschka. Dieser wirkt entzündungshemmend, trocknet dabei die Haut nicht aus und deckt wirklich gut ab.

4. Natürliche Produkte verwenden

Auch bei Pflegeprodukten gilt – Je weniger Chemie, desto besser! Natur belassene Produkte sind super.
Ich habe oft pures Aloe Vera Gel genommen was auch entzündungshemmend wirkt. Bei sehr fettiger Haut habe ich noch einen weiteren Tipp: das Gesichtsöl von Dr. Hauschka. Es arbeitet nach dem Ähnlichkeitsprinzip und gleicht fettige Haut mit pflegenden Ölen aus um der Haut zu signalisieren, dass sie bereits ausreichend Fett produziert und die Eigenproduktion verlangsamen kann.

Update: Mittlerweile bin ich mehr sehr begeistert von Dr. Hauschka Produkten. Speziell nehme ich hier fürs Gesicht eine Waschcreme und eine Tagespflege. Die Haut wirkt schon nach der Anwendung sichtbar erholt und man hat einen rosigen und gesunden Teint. Die Creme gleicht aus und mattiert das Hautbild. (Das hatte ich wirklich noch nie zuvor von einer Creme!)
Die Produkte sind nicht gerade günstig aber es ist eben Naturkosmetik und wenn du es ausprobieren solltest, wirst du wissen wieso es sich lohnt das Geld auszugeben. Ich verlinke dir die Produkte hier: 

? Dr. Hauschka Gesichtsöl
? Dr. Hauschka Waschcreme
? Dr. Hauschka Melissen Tagescreme

5. Geduld haben

Die Haut ist ein Organ, welches sich selbst reinigt und entgiftet. Unreinheiten können durch die Leber entstehen. Diese muss sich vorerst um sich selbst kümmern, weil sie mit der Beseitigung der „Pillen-Reste“ zu tun hat. Es lohnt sich ebenfalls einen Blick auf den Darm zu werfen. Bei mir spielten Unverträglichkeiten eine große Rolle und es besserte sich schlagartig als ich meine Ernährung dahingehend umstellte.

6. Gesunde Ernährung

Das ist das A und O! Viel Gemüse essen und am besten immer frisch zubereiten. Zucker und schlechte Fette sollten vermieden werden. Im Allgemeinen ist eine ausgewogene Ernährung am Besten und unterstützt die schnellere Heilung. Wie im letzten Punkt beschrieben, lohnt es sich auch mal einen Check des Darms und auf Unverträglichkeiten zu machen. Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie bestimmte Lebensmittel nicht essen sollten und riskieren Krankheiten und schlechte Haut dadurch.

7. VIEL trinken

Jeder sollte auf mindestens 2 Liter pro Tag kommen damit die Organe richtig arbeiten können. Und zwar ist hierbei hauptsächlich die Rede von Wasser! Stilles Wasser (bei guter Qualität: Leitungswasser) und Tee sind gut bekömmlich. Alkohol und Kaffe sind weniger bekömmlich und sollten nur die Ausnahme sein. Ich habe mir angewöhnt, morgens nach dem Aufstehen ein großes Glas Leitungswasser zu trinken. So hat der Körper den ersten Bedarf gedeckt.

8. Heilkräuter

Für meinen unregelmäßigen Zyklus empfahl mir meine Frauenärztin Heilkräuter in Form von Tee einzunehmen:
Frauenmantel & Schafgabe. Auch ein Präparat mit Keuschlammfrüchten-Trockenextrakt/ Mönchspfeffer nahm ich in den letzten Monaten unterstützend ein. Hier findest du einen Tee, du bekommst diese Kräuter aber z.B. auch in einer Apotheke.

9. Stress vermeiden

Ob bewusst oder unbewusst – Stress sorgt für hormonelles Ungleichgewicht. Wird der Körper dem auf Dauer ausgesetzt, ist auch das Immunsystem betroffen. Bevor man in diesen Teufelskreis gerät, sollte man reagieren. Der Körper braucht genügend Schlaf und Ruhephasen. Außerdem: Es verändert die Stimmung, erhellt das Gemüt und der Körper kann viel besser seine Selbstheilungskraft aktivieren.

10. Nimm die Signale des Körpers wahr und ignoriere sie nicht. Lerne daraus!

Ich kann dir ans Herz legen dich von einem Homöopathie Arzt beraten zu lassen, der sich ganzheitlich mit deinen Körpersymptomen auseinandersetzt. 
In Kombination mit gesunder Ernährung, genügend Wasser und Geduld wird sich dein Körper früher oder später selbst regenerieren. Lass ihm Zeit und Stress dich dadurch nicht!

Bei mir hat es über ein Jahr gedauert und jetzt bin ich sehr froh, dass ich so ziemlich „über den Berg“ – und wieder Herr (bzw. Frau) über den Hormonhaushalt meines Körper sein kann.
Noch immer muss ich ab und zu mit fettiger Haut und Unreinheiten kämpfen aber ich bin mir sicher, dass ich das noch in den Griff bekomme. Gewisse Schwankungen im Zyklus sind aber normal und kein Grund zur Sorge.